Was bringt eine Blutegel-Therapie?

Beim Gedanken an Blutegel und eine Therapie mit den kleinen Blutsaugern, kommt den meisten Menschen wohl erstmal ein eher unangenehmes Bild von mittelalterlichen Ärzten und Kurpfuschern in den Sinn. Doch das ist weit entfernt von der Realität, denn eine Blutegel-Therapie hat durchaus auch ihren Platz in der modernen Medizin und wird für bestimmte Leiden immer wieder angewendet. Was eine Blutegeltherapie bringen kann, erfahren Sie hier.

Wozu ist eine Therapie mit Blutegeln gut?

Blutegel wurden früher vor allem als sanfte Methode des Aderlass angewendet, der generell als heilend angesehen wurde. Heute werden Blutegel aber aus anderen Gründen verwendet. In den 70er Jahren fand man heraus, dass Blutegel bei der Nachbehandlung von Transplantationen und in der Plastischen Chirurgie geeignet sind. Besonders im Bereich des Gesichts, sowie bei Fingern und Hauttransplantationen. Der positive Effekt liegt in der stetigen Durchblutung der neu transplantierte Gewebeteile, die dadurch besser vom Körper angenommen werden, sowie in der gerinnungshemmenden und gefäßerweiternden Wirkung des Blutegel-Speichels. Der Wirkstoff Hirudin im Speichel sorgt außerdem für eine bessere Wundheilung.

Arthrose, Muskelkrämpfe und Thrombophelbitis werden gelindert

Aufgrund der positiven Wirkstoffe im Speichel der Blutegel können aber auch andere Leiden gelindert werden. Menschen, die an Arthrose erkrankt sind, empfinden eine Behandlung mit Blutegeln an besonders stark schmerzenden Stellen als angenehm und wohltuend und auch Thrombophelbitis-Patienten profitieren. Wer nicht krank ist, aber an Muskelverspannungen und -krämpfen leidet kann sich mit einer Blutegeltherapie ebenfalls Etwas gutes tun. Vielfach wird die Behandlung sogar im Wellness-Bereich angeboten für alle die sich trauen die kleinen Blutsauger an ihre Haut zu lassen.

Eventuelle Nachteile einer Therapie mit Blutegeln

Manche Menschen reagieren empfindlich auf den Biss der Blutegel und können an den Bissstellen unter Blutergüssen und starkem Juckreiz leiden. Da Blutegel etwas Blut absaugen, kann es außerdem für Menschen mit niedrigem Blutdruck zu einer Kreislaufschwäche kommen. Gelegentlich bleiben an den Bisswunden kleine Narben zurück. Mitunter treten auch allergische Reaktionen auf. Bevor man eine Blutegeltherapie beginnt, sollte man sich dessen bewusst sein.

Bedenken wegen einer Übertragung von Bakterien durch Blutegel muss man sich dagegen nicht machen, solange simple hygienische Regeln eingehalten werden. Die verwendeten Blutegel sollten unter hygienischen Bedingungen gezüchtet sein und anschließend nur ein einziges Mal für einen bestimmten Menschen verwendet werden. So kann es nicht zu einer Übertragung kommen.

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